Geschrieben von Friedhelm Dresp

….. und wieder ist ein Jahr vergangen! Nicht nur wir selbst, sondern auch unser Verein ist ein Jahr älter geworden. Im Gegensatz zu uns einzelnen Vereinsmitgliedern, deren Existenz bekanntlich endlich ist, gibt es für einen Sportverein wie unseren VfL zum Glück kein natürliches Ende. Die lange Tradition unseres Vereins ist dabei nicht schon allein Garant für die Zukunft unseres Vereins. Es sind die zum großen Teil von uns selbst immer wieder neu zu schaffenden Bedingungen, die darüber entscheiden, ob der Verein auch künftig weiterhin seinen Mitgliedern die Möglichkeit geben kann, in Gemeinschaft Sport zu treiben.

Natürlich gibt es auch äußere Bedingungen, die wir wenig beeinflussen können.

Zum Beispiel hatte ich mich im letzten Jahr an dieser Stelle mit dem Verhältnis des organisierten zum nicht organisierten Sport auseinandergesetzt. Die Frage treibt mich nach wie vor um. Man muss heute nicht mehr im Sportverein sein, um Sport treiben zu können. Seitens der Politik und wohl auch vom LSB werden Projekte wie Sport im Park, Winterspielplätze in Sporthallen und ähnliches offenbar wohlwollend unterstützt. Die Möglichkeiten für Interessenten, an diesen Programmen kostenfrei und unverbindlich teilnehmen zu können, wird ausdrücklich gefordert und als Förderung des Sports angesehen. Auch professionelle Fitnessstudios bieten ihre Programme immer preisgünstiger an und locken mit ständiger Verfügbarkeit und Wellness-Oasen. Was kann der organisierte Sport dem entgegensetzen, was sind hier seine Alleinstellungsmerkmale?

Wenn in der medialen Wahrnehmung und den politischen Stellungnahmen vom organisierten Sport die Rede ist, wird in der Regel vom Profi- und Hochleistungssport gesprochen. Es ist ja durchaus nachvollziehbar, dass das Allgemeininteresse bei spektakulären Events wie Weltmeisterschaften und Olympia zunächst mehr Begeisterung auslöst, als etwa Berichte über den alltäglichen Breitensport. Zeitungen müssen sich verkaufen und Fernsehsender schauen auf ihre Zuschauerzahlen. Ein Bericht etwa über ein Fußballspiel eines Bundesligaklubs stößt in diesem Sinne dann auf größeres Interesse, als wenn eine 3. Herrenmannschaft der Altersklasse 50+ gegen einen kleinen Brandenburger Verein sich wettkampfmäßig trifft. Gleichwohl ist es bedauerlich, wenn regionale sportliche Ereignisse immer weniger mediale Beachtung finden. Für einen Breitensportverein wie VfL Tegel ist dies jedenfalls nicht vorteilhaft.

Seitens der Politik wird zwar allgemein von der Bedeutung des Breitensports gesprochen, gleichwohl steht bei der Formulierung konkreter Forderungen gewöhnlich nicht der Breitensport im Fokus, sondern auch wieder der Hochleistungs- und Profisport. Nach den Kriterien einer Renditeberechnung wird dann angeblich ermittelt, welche Renditen die von der Stadt zur Verfügung gestellten Gelder zur Ausrichtung von Weltmeisterschaften und Olympia für die Stadt erbringen. Besucherzahlen und Hotelgäste werden dann entsprechend hochgerechnet. Für den Breitensports lässt sich eine Stadtrendite nicht so ohne weiteres berechnen. Für Integrationsergebnisse, soziale Geborgenheit in der sportlichen Gemeinschaft etc. gibt es keine Rechenmodule.

Dementsprechend überrascht es kaum, wenn in dem Förderprogramm Schule und Verein ein Großteil der Fördermittel eben nicht zugunsten des Breitensports, sondern wieder zugunsten der Profivereine verwendet wird. Im Ergebnis können wir festhalten: wir können nicht allein auf die äußeren Rahmenbedingungen setzen und darauf hoffen, dass die Zukunft des VfL Tegel allein schon deshalb gesichert ist. Wir müssen uns anstrengen und uns für den Erfolg des VfL weiter einsetzen. Hierbei stehen wir in Kontakt mit anderen Großvereinen im Bezirk Reinickendorf und sind Mitglied des Bezirksportbundes Reinickendorf. Wir können hier im größeren Rahmen unsere Interessen formulieren und dabei auf größere Durchschlagskraft hoffen. In diesem Zusammenhang haben wir zum Beispiel unsere Räumlichkeiten im Spiegelsaal für eine beachtliche, sportpolitische Diskussionsveranstaltung, die vom Bezirksportbund organisiert wurde, zur Verfügung gestellt. Wir konnten uns so als VfLTegel in deutliche Erinnerung bringen. Das ganz wesentliche Moment für die erfolgreiche Vereinsarbeit ist natürlich zuerst der gut funktionierende Sportbetrieb als solcher. Die sportlichen Tätigkeiten werden in unserem Verein von den einzelnen Abteilungen selbst organisiert. Hier gebührt den vielen ehrenamtlich Tätigen wie auch allen Übungsleitern und Trainern großer Dank. Den möchte ich an dieser Stelle deutlich aussprechen. Im Rahmen unserer diesjährigen Ehrungsfeier wurde deutlich, wie erfolgreich unserer Sportler im letzten Jahr waren. Soweit es uns auch künftig gelingt, die Mitglieder weiter für ihren Sport zu begeistern, wirkt dies auch nach außen und kann neue Mitglieder neugierig machen. Daher freue ich mich auch, dass wir im Jahre 2019 eine neue Abteilung in unserem Verein haben werden, die Floorball-Abteilung.

Ich wünsche der neuen Abteilung für ihre Zukunft ein glückliches Händchen und viel sportlichen und menschlichen Erfolg. Wir wollen als VfL Tegel eine gemeinsame Zielsetzung verfolgen. Die Mitglieder sollen sich nicht nur mit ihrer Abteilung, sondern auch mit dem gesamten VfL Tegel identifizieren. Unsere alte Aussage: „11 (künftig 12) Abteilungen, ein starker Verein“ muss auch künftig gelten. Dies tatsächlich zu leben, ist nicht immer einfach. Viele Vereinsmitglieder sind beruflich und familiär stark eingebunden und oft froh, wenigstens ihre Trainingstermine in den Abteilungen wahrnehmen zu können. Ihr zeitliches Budget ist damit dann schon aufgebraucht. Gleichwohl sollten wir darauf bedacht sein, im bewussten Gegensatz zu anonymen Sporteinrichtungen auch das gemeinschaftliche Miteinander zu pflegen. Unsere gemeinsamen Aktivitäten, wie unser traditionelle Rundenlauf, das Kegelturnier, Tanz in den Mai und auch unser Doppelkopfturnier, dienen diesem Ziel der Stärkung des Wirgefühls.

Auch das Angebot an alle Vereinsmitglieder, ihr Sportabzeichen abzulegen, verdient hier mehr als nur Erwähnung. Im Sommer stellen sich jeden Mittwochnachmittag und Sonntagvormittag engagierte Mitglieder unseres Vereins auf den Sportplatz, damit Vereinsmitglieder ihr Sportabzeichen machen können. Obwohl wir selbst keine Schwimmabteilung haben, konnte für die Schwimmprüfungen des Sportabzeichens an jedem Montagabend die Schwimmhalle im märkischen Viertel reserviert werden. Auch dies ist engagierte Vereinsarbeit.

Wir werden künftig noch mehr versuchen, weitere gemeinsame Aktivitäten zu organisieren. Ein lebendiger, aktiver Verein ist der beste Garant für seinen weiteren Fortbestand. Hohe Bedeutung kommt dabei auch dem persönlichen Umgang miteinander zu. Wir können Konkurrenten im Sport sein und gegebenenfalls auch persönliche Differenzen mit anderen Mitgliedern haben; dabei jedoch stets einen höflichen und sachlichen Ton nicht zu verlassen, sollte in einem Sportverein gelernt werden. Ein netter Umgangston miteinander ist nicht nur für alle Beteiligten Voraussetzung dafür, sich wohl zu fühlen. Er ist auch Werbung für andere Sportinteressierte, in unserem Verein neues Mitglied zu werden. Ich bin überzeugt davon, dass wir für die Zukunft des VfL Tegel die richtigen Antworten haben. Veränderungen müssen wir zur Kenntnis nehmen und entsprechend reagieren. Neue regulatorische Anforderungen (nicht nur Datenschutzverordnung), bekommen immer mehr Einfluss auf unsere Verwaltungsabläufe. Wir werden uns daher künftig mehr professionalisieren müssen, um uns auch hier zukunftsfähig zu machen. Bei dem hohen Engagement vieler unserer Mitglieder bleibt die ehrenamtliche Führung unseres VfL Tegel und seiner Abteilungen ein nach wie vor erstrebenswertes Ziel. Die ehrenamtliche Tätigkeit seiner Mitglieder führt meines Erachtens zu einer großen Identifizierung aller Mitglieder mit ihrem Verein. Dabei wird die organisatorische Unterstützung durch die Geschäftsstelle künftig noch mehr Bedeutung bekommen. Mit dieser Unterstützung können dann auch die ehrenamtlich Engagierten die erforderliche Zukunftsarbeit leisten.

Ich möchte mich an dieser Stelle daher nochmals und ausdrücklich bei allen ehrenamtlichen Funktionsträgern und Helfern für die geleistete Arbeit im vergangenen Jahr bedanken. Ohne diese Arbeit würde es den VfL Tegel in seiner jetzigen Größe und Form nicht geben können. Schließlich gilt mein Dank auch allen Mitgliedern des VfL Tegel, also allen Sportlern und Unterstützern. Ihr seid schließlich der Verein! Im Namen des gesamten Präsidiums wünsche ich Euch und Euren Familien besinnliche Wochen, ein frohes Weihnachtsfest und ein erfolgreiches neues Jahr.

Friedhelm Dresp Präsident